Biografie

Leben und Werk

Daniela Lorenz wächst in einem Schweizer Bergdorf in Graubünden auf. Schon als Kind kommt sie mit südamerikanischer Musik in Berührung. Als Jugendliche spielt sie Charango (kleines, zehnsaitiges Zupfinstrument aus den Anden) und Quena (andine Kerbflöte). Erste Auftritte hat sie mit Ensembles, die Musik aus den Anden spielen.
Am Konservatorium Zürich studiert sie Rhythmik und Klavier im Nebenfach. Nach Abschluss des Studiums bildet sie sich bei diversen Harfenisten in der Schweiz, in Paraguay und in Madrid auf der paraguayischen Harfe aus. Zu ihren wichtigsten Lehrern gehören Marcelino Benitez, ein Altmeister der paraguayischen Harfe, und der weltberühmte Harfenist Nicolás Caballero.
Ihre Pionierarbeit in der Erschliessung der lateinamerikanischen Harfenmusik für ein europäisches und internationales Publikum beginnt in dieser Zeit.

Neben ihren Auftritten und Konzerten in Europa und Lateinamerika, arrangiert und komponiert Daniela Lorenz für die diatonische paraguayische Harfe. Eigene Werke und Arrangements traditioneller Musik aus Paraguay und anderen südamerikanischen Ländern zeugen von ihrem feinen Gespür für ihr Instrument und für die Vielfalt und emotionale Tiefe der Musik dieses Kontinents.
Sie arbeitet nicht nur als Solokünstlerin, sondern auch in zahlreichen internationalen Ensembles und Projekten. Lateinamerikanische Sänger und Gitarristen oder Streicherensembles sind hier zu nennen, Chöre und Projekte zur Musik der Anden, und nicht zuletzt das Bläserensemble der Schweizer Garde im Vatikan.

Auch als Musikpädagogin ist sie ausgebildet und erfahren.
Seit 1992 hat sie 8 CDs in eigener Produktion eingespielt. Hinzu kommen diverse Aufnahmen in Kooperation mit anderen Musikern und Musikerinnen auf deren Alben. In der Summe umfassen ihre Veröffentlichungen über sechzehn Tonträger.
Weiter hat Daniela Lorenz bei diversen TV-Auftritten und Konzertübertragungen im Radio in Europa und Südamerika mitgewirkt.

Daniela Lorenz lebt heute in Berlin und Zürich.

Projekte

Besondere Aufmerksamkeit erfuhr ihre Zusammenarbeit mit dem Schweizer Radio SRF. Es entstand der Adventskalender 2005 für den Radiosender DRS 1 (ein Notenbüchlein mit CD), für den Daniela Lorenz lateinamerikanische Weihnachtslieder für Chor und Harfe arrangierte und zu europäischen Weihnachtsliedern eine Harfenbegleitung schrieb. Diese, inzwischen vergriffene, auf hohem Niveau limitierte Produktion war ein Geschenk des Schweizer Radios SRF zur Adventszeit 2005 an seine Hörerschaft.

2012 leitete Daniela Lorenz das Gesamtkonzept für eine Weihnachts-CD der Päpstlichen Schweizergarde im Vatikan, auf der das Bläser-Quintett der Schweizergarde im Zusammenspiel mit paraguayischer Harfe zu hören ist – eine einzigartige Kombination.
Ein stilvolles Booklet gibt Einblick in geschichtlichen Hintergrund und Leben der Päpstlichen Schweizergarde und bietet Erläuterungen zu den internationalen Weihnachtsmelodien.

2014 veröffentlich Daniela Lorenz erstmalig ein Album mit Eigenkompositionen. Auf Eterno verschmilzt abendländische Klangwelt mit südamerikanischer Harfenmusik. Charme und Charakter lateinamerikanischer Musikkultur trifft auf europäisches Empfinden. Beide sind ein wesentliches Merkmal für die musikalische Identität der Harfenistin Daniela Lorenz.

Mit der 2017 realisierten CD-Produktion Orfeu setzt Daniela Lorenz einen Meilenstein in der Erschließung und Weiterentwicklung der lateinamerikanischen Harfenmusik.
Durch die Verbindung von Streichinstrumenten mit der diatonischen Harfe konnte sie als erste Künstlerin auf diesem Gebiet auch chromatische und in ihrer Tonart modulierende Stücke realisieren. Die Arrangements berühmter südamerikanischer Lieder wie Anahí, Orfeu Negro oder Alfonsina y el mar für zwei Violinen, Violoncello und Paraguay-Harfe verbinden auf einzigartige Weise südamerikanische Melodik mit klassischer, kammermusikalischer Stimmführung.
Auch in Lateinamerika stößt diese konzertante Neudeutung und Wiederentdeckung ihres traditionellen Musikguts auf grosses Interesse.